1.5. - Die Saison 2018 ist eröffnet

Einstellige Temperaturen an einem ersten Mai gab es lange nicht mehr, doch am gestrigen Tag waren die äußeren Bedingungen wirklich ungewöhnlich schlecht für eine Garbsener Bahneröffnung. Wo man sich sonst oft den ersten Sonnenbrand des Jahres abgeholt hat, wäre man in diesem Jahr mit Handschuhen und Mütze besser beraten gewesen. Der Wind mit starken Böen trug ebenfalls dazu bei. Einige Garbsener Athleten trotzen den schlechten Bedingungen und brachten teilweise beachtliche Leistungen im ersten Wettkampf es Jahres auf die Bahn. Paul Biebl gewann seinen 800m-Lauf in der Altersklasse M12 clever indem er sich fast das ganze Rennen hinter den Braunschweiger Jannes Elsner setzte und vor allem auf der Gegengerade im Windschatten Energie sparen konnte. Ca. 150m vor dem Ziel setzte Paul zum Endspurt an, welchem der Läufer aus Braunschweig nicht mehr folgen konnte. Die Zeit am Ende betrug 2:38,39 min. Praktisch den ganzen Vormittag über haben die Braunschweiger, die wie jedes Jahr mit vielen Lauftalenten am Start sind, die Läufe dominiert, doch Paul konnte diese Serie mit dieser starken Vorstellung unterbinden.

 

Währenddessen lief auf der Hochsprunganlage der gemischte Wettbewerb von Frauen, weiblicher U20 und weiblicher U18, letzterer mit Melina Schröder, dem erst 13-Jahre alten Garbsener Hochsprungtalent. Die Vorgaben für Melinas Saisoneinstieg waren denkbar schlecht, denn erst zwei Tage vor dem Wettkampf hat sie sich eine Langhantel mit dreistelligem Gewicht auf den linken Sprungfuß fallen lassen, was zwar glücklicherweise zu keiner ernsthaften Verletzung  führte, aber dennoch geschwollen und schmerzhaft war und sie sichtlich hinderte. Darüber hinaus zog sie sich im vorhergehenden Dreisprungwettbewerb eine leichte Zerrung in einem Rückenmuskel zu und ging so zur Hochsprunganlage an der es nur so stürmte. Alles zusammengenommen war die Leistung von von 1,53m wirklich sehr gut zu bewerten. Das genügte in der Endabrechnung sogar um die U18-Konkurrenz zu besiegen und den Wettbewerb zu gewinnen. Den Weitsprung am Nachmittag ließ sie dann verständlicherweise aus.

Ähnlich lief es später bei Malte Büttner. Während sich die Sonne am Nachmittag dann so langsam zeigte, konnte sich der GSC-Nachwuchsathlet nach und nach auf 1,70m steigern. Das ist nur 5cm unter seiner Fabelbestleistung aus dem letzten Jahr und da vor allem in dieser Disziplin das technische Training äußerst wackelig war, ist die Leistung am Ende auch sehr zufriedenstellend. In der letzten Woche hat Malte von 20 Sprüngen über 1,60m die Meisten bereits gerissen. Malte ist damit Kreismeister in der Altersklasse U18 im Kreis-Hannover-Land. Im selben gemischte Wettbewerb trat noch Olympionike Eike Onnen an. Nach starken Sprüngen über 2,10m und 2,20m ließ Eike die Europameisterschafts-Norm von 2,26m auflegen. Stimmungsmäßig war die Garbsener Kurve aber schon gut auf das Springermeeting am 13.05. eingestimmt und feuerte den Weltklasse-Springer bei jedem Sprung an, doch an diesem Tag und unter diesen Bedingungen lag die Norm noch nicht im Bereich des Möglichen.

Währenddessen gab es von einem anderen deutschen Top-Athleten noch einen Stadionrekord zu vermelden. Alexander Gladitz von Hannover 96, seines Zeichens 400m-Spezialist, zeigte sich in brillianter Frühform und lief die 200m in 20,93 Sekunden. So schnell lief die halbe Stadionrunde in Garbsen noch nie jemand.

Für einige der Garbsener Athleten geht es am Wochenende direkt weiter in Edemissen, wo ein Mehrkampf ansteht. Unter anderem werden Melina Schröder und Maryam Amaadacho ihren ersten Siebenkampf bestreiten. Zu Beginn des Saisonjahres ist so ein Mehrkampf für die Jüngeren immer sehr schön, da man neben seinen Spezialdisziplinen auch ein paar ungewohnte Sachen antesten und den Fokus auf die einzelnen Disziplinen etwas reduzieren kann.

René Weimann